Frank Naumann
Frank Naumann

Hier werde ich Sie über laufende Ausstellungen und wichtige Aktionen informieren.

TA und TLZ vom 15.11.2017

„Die Kunst, Menschen zu verstehen“ - Reglerkirche Erfurt

Beteiligung an einer Ausstellung in der Reglerkirche bis Oktober 2017

Ausstellung im Augustinerkloster Gotha                       vom 5. Februar bis 18. April 2017

„Der Mensch – Werden und Handeln“

Die Welt ist im Umbruch – oder nur die Sichtweise?
Der Mensch handelt, halb aus Reflex, halb überlegt, im günstigsten Falle.
Essen, Trinken, sich reproduzieren und – in der Kunst reflektieren

Das Streben nach Macht und materiellen Werten ist ein natürlicher Instinkt, seit wir in den Bäumen saßen. Aber die künstlerische, intellektuelle Auseinandersetzung mit den Werten, nach denen wir leben wollen, unterscheidet uns vom Tier.

Wir haben einen Kodex entwickelt, der uns aufrechten Hauptes in den Spiegel blicken läßt. Und jetzt macht, daß wir uns nicht vor dem Erblickten ekeln müssen.

Ein politisches Statement in Bildern ist nie umfassend. Aber es kann Fragen stellen und Denkanstöße geben.

Ich möchte das Augenmerk auf wenige Punkte legen,
über die ein Nachdenken dringend nötig ist.

Vernissage am 5. Februar 2017 um 11:30 Uhr

Laudatio: Diana Trojca

Gotha. Nach zweieinhalb Jahren stellt der Erfurter Frank Naumann wieder in Gotha aus, diesmal im Augustinerkloster. Nachdem sein zehnjähriger Sohn, wie ein Großer zwei Stücke auf der Orgel gespielt hatte, führte Kunstwissenschaftlerin Diana Troica am Sonntagvormittag die Besucher in Naumanns Werk ein: Er sei nicht nur ein Zeichner, sondern ein Denker, ein heiter-ironischer dazu.

Das ist Naumanns Markenzeichen: Seinen auf Seidenpapier rasch und doch überlegt mit dem Tuschpinsel aufgebrachten Spuren sieht man die Spontaneität des Schaffensprozesses an. Dazu bemerkte er: „Tusche ist am ehrlichsten, da kann man nicht schummeln, nichts retuschieren. Das muss einfach sitzen.“

Und wie es sitzt! Seine Figuren, deren eindeutige Gestik sich vor allem in spannungsvollen Linien ausdrückt und die auf Körperlichkeit letzten Endes nicht angewiesen sind – diese Figuren sprechen den Betrachter direkt an und machen Lust, die Botschaft hinter der Botschaft zu entschlüsseln. Dagegen tritt die oft nur angedeutete Mimik in den Hintergrund.

Da ist das Urteil des Paris, der von Aphrodite den angebissenen Apfel zurückbekommt. O-Ton Naumann: „Wäre es tatsächlich so abgelaufen, hätte es den trojanischen Krieg nicht gegeben.“Auf einem seiner aquarellierten Tuschebilder streckt eine Frau ihren Finger zu einer Wolke aus, die diese Geste erwidert. Hier geschieht Schöpfung – das Geistige macht das Materielle lebendig. Ebenso wie in Micheangelos berühmtem Deckenfresco, wo die Finger Gottes und Adams einander zwar nicht berühren, wohl aber den Überschlagsblitz des Geistes ermöglichen.

Naumanns Bilder sind meist mehr, als der erste Blick vermuten lässt. Da ist das Pärchen, dessen Zweisamkeit sich erschöpft hat: Ein letzter Tropfen Rotwein (ein winziges Rot inmitten von Schwarz auf weißem Grund) fließt aus dem Glas – das war‘s.

Don Quijote mit abgebrochener Lanzenspitze und ein Sancho Pansa, der seine Arme überm gemästeten Bauch verschränkt; der Schluchtenkletterer zwischen Fehltritt und Zielstrebigkeit; das Pärchen, dessen Versprechen sich deutlich in einem schwebenden Goldring symbolisiert und – in verwässerter Tusche – in einem urzeitlichen Männchen mit erigiertem Penis, Original aus den Höhlen von Lascaux ...

Interessant auch Naumanns Sicht auf die Mensch-Tier-Beziehung, deren vielfältige Ausformungen uns in den Variationen „Zwiegespräch zwischen Mensch und Vogel“ in der Sakristei begegnen.

Bei aller philosophischen Tiefe, oft konterkariert von spitzbübischem Hintersinn, ziehen die Bilder den Betrachter auch noch formal durch ihren räumlichen Struktureffekt an: Beim Trocknen hat das Seidenpaper Falten gebildet – und die Tusche Blasen. So tasten sich die Bilder gewissermaßen von der Fläche in die dritte Dimension vor. In zwei Fällen aber scheinen die Figuren aus ihrem Papier ausgestiegen zu sein und recken sich nun ganz in den Raum – als Bronzeskulpturen.

Dieter Albrecht / 06.02.17

Am 23. November 2016 wurde die „1. Thüringer Kulturtüte“ an die Stadtverwaltung Erfurt verliehen.

Leider noch immer aktuell:

TLZ vom 2. Juni 2016
Artikel und Foto: Frank Karmeyer, TLZ



 

 

 


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